Geschichte

 

Die Herbolzheimer Mannschaft wird 1974 von Horst Mesel gegründet. In diesem und dem darauffolgenden Jahr tritt die Mannschaft in der damals erst kürzlich entstandenen Landesliga an und startet jeweils bei den Aufstiegswettkämpfen für die Regionalliga. Jedoch verpassen die Turner des TVH jeweils recht knapp den Aufstieg.
 
1976 verzichten einige Mannschaften in den höheren Ligen auf ihr Startrecht. Dies und der Umstand, dass die damalige Bundesliga von 10 auf 12 Mannschaften aufgestockt werden soll, trägt dazu bei, dass die Herbolzheimer Riege in die Regionalliga nachrückt. In dieser Saison wird der TVH auf Anhieb Erster in der Staffel Süd und darf deshalb zum Regionalliga-Finale, das die Herbolzheimer ebenfalls für sich entscheiden können. Somit stehen sie als Aufsteiger in die Bundesliga fest.

1977 findet aber weder die Bundes- noch die Regionalliga-Saison wegen der Neuordnung des Wettkampfwesens statt. Die Bundesliga soll in 1. und 2. Bundesliga mit jeweils 8 Mannschaften aufgeteilt werden. Deshalb kommt es am 17./18.12.1977 in Schwäbisch Gmünd zu einem Qualifikationsturnier für die Bundesligen und die Regionalliga. Der TVH landet insgesamt auf Platz 10 und startet daher in der 2. Bundesliga.
 
TVH
 
1978 erreichen die Herbolzheimer den ersten Rang in der Staffel Süd und sind dadurch direkter Aufsteiger in die 1. Bundesliga. Die nächsten 12 Jahre bleibt der TVH erstklassig. Die größten Erfolge feiert er in den frühen 80ern. Viermal stehen die Herbolzheimer von 1980 bis 1985 im Ligafinale. Zweimal (1982 und 1985) belegen sie Platz 3. Am 26.03.1983 in Kehl schrammen die Herbolzheimer nur knapp am Deutschen Meistertitel vorbei und werden Vizemeister hinter Bayern München.


1991 sollen die Kunstturnmannschaften aus der ehemaligen DDR in die Bundesliga integriert werden, weshalb es am 04.05.1991 in Potsdam zu einem Qualifikationsturnier kommt, an dem der TVH jedoch nicht teilnimmt und daher in die 2.Bundesliga absteigt. Auch nach einer erfolgreichen Saison 91 als Staffel-Zweiter verzichten die Herbolzheimer erneut auf den Aufstiegswettkampf und verbleiben in der 2.Liga.
 
TVH
 
Bis 1997 erreichte die Herbolzheimer Mannschaft in der 2.Bundesliga mittlere Tabellenplätze.
 
1997 erfolgt der Sturz in die Regionalliga. Der TVH kämpft in den folgenden Jahren mit vielen Verletzungen und schafft es mit zwischenzeitlich nur 5 Turnern sich in der Regionalliga zu behaupten.
 
2000 verpassen die Herbolzheimer Turner mit ihrer Rumpftruppe nur knapp den Wiederaufstieg in die 2.Liga.
 
2002 und 2003 stoßen mit Philipp Häuber, Yannick Stolz, Florian Wissert und Antonio Huber junge Talente aus dem Landesleistungszentrum zur Mannschaft. In der neuen Besetzung bleibt sie in einer starken Saison 2004 ohne Niederlage.
 
Am 11.12.2004 in Oker am Harz schafft die sehr junge Mannschaft (Durchschnittsalter 19 Jahre!) mit dem besten Wettkampf der Saison und einem Rekordsieg von 86:1 gegen Oberhausenden Aufstieg in die 2.Bundesliga.
 
TVH
 
In der ersten Saison in der 2.Liga seit 8 Jahren (2005) erkämpfen sich die Herbolzheimer einen phänomenalen 3.Platz in der Staffel Süd. Die Runde ist von sehr spannenden Wettkämpfen geprägt, die oftmals erst mit der letzten Übung entschieden werden können. Es zeigt sich der massive Zusammenhalt und der Kampfeswille in der Mannschaft, denn gleich bei zwei Wettkämpfen holen die Turner um ihren Betreuer Ralf Mesel jeweils einen zwischenzeitlichen 10-Punkte-Rückstand auf und können am Ende den Vergleich für sich entscheiden.

2006 und 2007 sind für den TVH schwere Jahre, weil mit Antonio Huber der stärkste Mann in den Reihen der Herbolzheimer aufgrund von Rückenproblemen nur vereinzelt eingesetzt werden kann und Daniel Feßer seine aktive Turnerkarriere beendet. Somit ist das primäre Ziel in diesen beiden Jahren die Klasse zu halten. Zum Glück stoßen mit Johannes Leveringhaus und Thomas Hanke zwei weitere Talente und echte Verstärkungen zur Mannschaft. Die Herbolzheimer Turner können in diesen beiden Saisons die jeweiligen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt besiegen und verbleiben in der zweithöchsten Turnliga.

Die Saison 2008 ist eine der Schwierigsten in der Geschichte des TV Herbolzheim. Im Vorfeld der Wettkämpfe verletzen sich Johannes Leveringhaus und Tibor Mellert so schwer, dass sie operiert werden müssen. Zudem entscheidet sich Philipp Häuber dafür nicht mehr für den TV Herbolzheim an den Start zu gehen, um seinem Heimatverein SC Bahlingen zur Verfügung zu stehen. Somit hat die Herbolzheimer Riege schon zu Saison-Beginn drei Komplettausfälle. Das Verletzungspech verfolgt die junge Mannschaft dann auch die Saison über. Einzelne Turner sind aufgrund von kleineren Verletzungen kurzfristig nicht einsetzbar. Dadurch haben die beiden Betreuer Ralf Mesel und René Schmiedlin zwischenzeitlich große Probleme überhaupt genug Turner ans Gerät zu schicken. Jedoch machen sich die Herbolzheimer auch selbst das Leben schwer, indem sie den ersten Wettkampf gegen den TSV Pfuhl unnötigerweise verlieren. Trotzdem zeigen die jungen Turner besonders zum Schluss der Saison noch gute Leistungen und können sich letztlich in der zweithöchsten Liga halten.

Angespornt durch die frustrierende Saison 2008 legen die Herbolzheimer Turner im Jahr 2009 einen großen Trainingseifer an den Tag und können so die Schwierigkeit sowie die Stabilität ihrer Übungen verbessern. Zudem stößt der damals 18-jährige Fabio Barzasi aus Mulhouse als Verstärkung zur Mannschaft. Gut vorbereitet kann der TV Herbolzheim dann auch gleich die beiden ersten Wettkämpfe gegen die direkten Konkurrenten um den Abstieg souverän gewinnen und belegt zwischenzeitlich Platz 2 der Tabelle. Leider bleibt die Herbolzheimer Mannschaft auch in dieser Saison nicht von Krankheitsfällen und Verletzungen verschont, was eine wesentlich bessere Platzierung als der 6. Rang in der Endtabelle verhindert.

In der Saison 2010 konnten sich die Turner des TV Herbolzheim im Vergleich zum Vorjahr nochmals um einen Platz auf Rang 5 in der Endtabelle verbessern.

In der Saison 2011 blieb die Herbolzheimer Mannschaft nahezu komplett von Verletzungen verschont, so dass man auf alle gemeldeten Turner zurückgreifen konnte. Zudem machte sich die gute Saisonvorbereitung, in der vor allem auf die Sauberkeit bei der Ausführung und die Stabilität der Übungen wert gelegt wurde, bezahlt. Darüber hinaus konnte vor allem David Speck durch konsequentes Training seine Schwierigkeiten in den Übungen verbessern und wurde so als Sechskämpfer zu einer der Leistungsträger im Team. Letztlich landete der TV Herbolzheim auf einem überragenden 2. Platz und mussten sich lediglich hinter dem Aufsteiger in die 1. Bundesliga, dem TV Wetzgau, einreihen.
 
In der Saison 2012 konnten die Herbolzheimer Turner in der Endtabelle Platz 3 für sich verbuchen. Letztlich musste sich der TVH nur dem TSV Buttenwiesen (1. Platz) und der TG Hegau Bodensee (2. Platz) geschlagen geben. Wobei der Sieg von Buttenwiesen erwartet und verdient war, musste man sich die Niederlage gegen Hegau selbst zu schreiben. Der TVH leistete sich an diesem Wochenende einfach zu viele Fehler. Das spannenste Duell der Saison war das Unentschieden gegen die KTV Ries. Von Seiten der Kampfrichter oft benachteiligt, rannte man fast den gesamteWettkampf über einem Rückstand hinterher. Mit der letzten Übung konnte schließlich doch noch die notwendigen Punkte erzielt und eine gerechte Punkteteilung erreicht werden.
 
Wie zwei Jahre zuvor erreichte der TV Herbolzheim 2013 mit einer geschlossenen und kämpferischen Leistung durch die gesamte Saison hindurch erneut den Silberrang. Lediglich der FC Bayern München, der als Erstplatzierter den Aufstieg in die 1. Liga schaffte, zeigte den Herbolzheimern ihre Grenzen auf. Trotzdem war der Heimwettkampf gegen den Ligaprimus auch aufgrund der großen Zuschauerkulisse in der Breisgauhalle ein toller Wettkampf.
 
Die Saison 2014 stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Die Mannschaft des TVH musste die ganze Runde über auf David Speck, einer der Leistungsträger der letzten Jahre, aufgrund von zwei notwendigen Knieoperationen verzichten. Dies bedeutete bereits von Anfang an eine deutliche Schwächung. Zudem laborierte Yannick Stolz während der Saison an einer Oberschenkelverletzung, weshalb auch er des Öfteren vor allem am Boden und Sprung ersetzt werden musste. Unter diesen Voraussetzungen muss man den 4. Tabellenplatz als großen Erfolg werten, wobei auch eine Portion Glück dazu gehörte.

In einer mitreißenden Saison 2015 konnte der TV Herbolzheim mit großem kämpferischem Einsatz und mannschaftlicher Geschlossenheit sich den zweiten Platz sichern. Die Spannung in der Liga lässt sich an der Endtabelle ablesen. Platz 1 (Exquisa Oberbayern) bis Platz 3 (Stadt-Turnverein Singen) hatten jeweils 6 Wettkämpfe gewonnen und einen verloren. Den Unterschied machten lediglich nur die Gerätepunkte. Einfach machten es die anderen Mannschaften dem TVH nicht. Gegen die Breisgauer reisten die gegnerischen Mannschaften immer mit ihrer Bestbesetzung an, wobei bei anderen Wettkämpfen oftmals Turner geschont wurden. Dementsprechend spannend waren die Wettkämpfe. Außer gegen den Meister Exquisa Oberbayern, konnten sich die Herbolzheimer mit großem Kampf und hohem turnerischem Niveau letztlich durchsetzen.